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Im Tal der Almen – unser erster Vereinsausflug

Franz Zraunig

Franz Zraunig

Sein eigenes Alaska, so bezeichnet Franz Zraunig, Chef des Hotels Almrösl (http://www.almroesl.at/) in Hüttschlag, sein Tal.

Das Tal der Almen ist sein Zuhause. Hier besitzt er ca. 9 km Fliegenstrecke der Großarler Ache.

Das Wasser: Schnappsklar.

Die Fische: Wählerisch.

Im Gewässer tummeln sich hauptsächlich Bachforellen (über 70 cm wurden schon gefangen), Äschen, Saiblinge und Seeforellen (im Ötzelsee).

Fischwasserskizze

Fischwasserskizze

Nach dem Einchecken im Hotel gibt’s gleich einen Theorie-Input von Franz, er selbst ist begeisteter Fliegenfischer. Ja nicht zu neugierig sein – man verschrecke die Fische schneller als man glaubt! Durch die Regenfälle der letzten Tage ist der Wasserstand für den unteren Teil zu hoch und die Ache viel zu schnell, um hier irgendwas zu probieren. Der Bereich um den Ötzelsee sei aber befischbar. Um 19:00 müssen wir wieder da sein fürs Abendessen. Da wir es kaum erwarten können, schlingen wir unseren Grillteller so schnell wies geht hinunter und machen uns auf den Weg Richtung See. Wenn man beim Franz ein Zimmer bucht, dann bekommt man auch den Schlüssel für den Schranken und die Einfahrtsgenehmigung für den Nationalpark.

Beim Hochfahren fährt man fast immer neben der Ache und kann sich so ein Bild machen. Leider ist diese am ersten Tag wirklich nicht im Wildwasserbereich befischbar. Erst ca. 1 km vor dem Ötzelsee wird die Ache ruhig und man kann diese befischen. Kurz vor dem See stellen wir unser Auto ab und machen einen ersten Lokalaugenschein. Man sieht gleich die ersten Fische stehen und vereinzelt steigen. Also nichts wie los, Rute zusammenbauen, Tackle drauf und rein ins Vergnügen. Als Fliegen wurden Eintagsfliegenmuster gewählt. Bald erbarmt sich die erste Forelle, dann die erste Äsche. Schon war uns klar, das wird ein perfekter Ausflug.

Erster Spot

Erster Spot

Wir arbeiten uns vor Richtung See. Oben angekommen wird auf Streamer gewechselt. Der See ist ebenfalls klar. Die Fische scheinen zu schweben. Auch hier konnten wir bald die ersten Saiblinge landen. Irgendwann konnten wir durch unsere Pol-Brillen nicht mehr wirklich was erkennen, also machten wir uns auf den Heimweg. Es ist 19:45. Anrufe und SMS der Kollegen die am Abend erst kamen waren auf unseren Handys (welche im Auto vergessen wurden). Im Hotel angekommen machten wir uns gleich auf den Weg ins Restaurant. Wir bekommen noch eine herrliche Brettljause, da der Koch schon Feierabend hatte. Franz erklärte uns, dass gerade Hirschbrunft sei und wir deswegen nicht so lange fischen sollten, das gefalle den Jägern nicht so recht. Wir versprechen Besserung und ließen den Abend mit Anekdoten rund ums Fischen ausklingen.

Kaltes, klares Wasser

Türkise Färbung und keine Trübung

Aufgefädelt stehen wir am Wasser

Hungrige Fische nach der Regenphase

Die komischen Hosen

Die komischen Hosen

Die Chernobyl Ant brachte den Erfolg

Gottfrieds Fang bei der Wehranlage

Gottfrieds Fang bei der Wehranlage

Gottfried assistierte beim Fang

Gottfried assistierte beim Fang

Am nächsten Tag waren bereits 5 der 7 Teilnehmer angekommen und wir fuhren nach dem reichhaltigen Frühstücksbuffet wieder hoch zum See. Der Wildwasserbereich ist noch immer zu hoch. Durch die ständigen Fangerfolge verging der Tag so schnell, dass wir nicht mal an ein Essen dachten und so kamen wir pünktlich zum Abendessen mit einem Mordshunger im Restaurant an.

Am nächsten Tag waren wir dann vollzählig und wir befischten wieder den oberen Bereich der Strecke. Das Wasser unterhalb ist zwar schon merklich zurückgegangen, aber noch nicht wirklich befischbar. Der obere Bereich ist aber auch für 7 Leute nicht zu klein und so wurden abermals wieder zig Fische gelandet. Die Fische werden zwar immer wählerischer, aber wir sind perfekt ausgerüstet und können uns auf den Geschmack der Fische einstellen. Von Chernobyl Ants über Koppenstreamer bis hin zu Micro-Midges wurde alles angebunden was Erfolg versprach. An einer Stelle, eine Mündung eines kleiner Bächleins mit einer kleinen Schotterbank war im tiefen Gumpen auch die vermeintlich größte Bachforelle (Schätzungen lagen zwischen 55 und 60 cm) gesichtet. Fast alle Mitglieder probierten ihr Glück an ihr, aber diese interessierte sich nicht mal ansatzweise für uns und beobachtete mit stoischer Ruhe unsere kläglichen Versuche ihr etwas schmackhaft zu machen. Wenn es ihr zu blöd wurde, lies sie sich wieder ein wenig fallen und stellte sich weiter unten im Gumpen hin. Also begnügten wir uns an diesem Tag mit den weniger wählerischen Damen und Herren.

Abends gab es wie immer ein schmackhaftest Mahl und ein gemütliches Beisammensein mit den Wirtsleuten. Für den Wirt Franz sind die Fischer immer gern gesehen Gäste. Fischer sind sehr genügsame Gäste – alles was wir benötigen sind ein gutes Bett, ein üppiges, schmackhaftes Essen und das Fischwasser in der Nähe, meint Franz. Wenn jetzt der Wirt auch noch Fischer ist und sich am Gewässer auskennt, dann steht dem perfekten Angeltrip ja fast nichts mehr im Wege. Wir nickten einstimmig. Das Almrösl hat dazu noch einen Trocknungsraum und einen Saunabereich zu bieten. Somit sind die Wünsche eines Fliegenfischer vollends erfüllt.

Am letzten Fischtag probierten es Manuel H. und Gottfried bereits am Vormittag direkt unter dem Hotel bei einer Wehranlage. Der Rest fuhr wieder in den stillen Bereich und zum See. Um die Mittagszeit kam auch noch Michael runter zur Wehranlage. Die beiden hatten bereits Vormittags schöne Fänge und wollten den Platz gar nicht wechseln. „Warum weg von der Beute gehen, wenn die hier steht?“, meinte Gottfried.

Und er behielt Recht.

Ein paar Minuten später bog sich Manuels Rute und man wusste, dass es sich hier um was Größeres handeln musste. Der Fisch stellte sich immer wieder in die Strömung und machte ein paar Fluchten. Nach ungefähr 15 Minuten konnte dieser endlich gelandet werden. Eine traumhafte 52 cm große Bachforelle! Da die Fische erst ab 55 cm entnommen werden dürfen, durfte diese Forelle wieder schwimmen und Manuel gönnte sich nach dieser Aktion erstmal eine kleine Verschnaufpause.

Alsbald wurden die anderen informiert und kurze Zeit später waren alle an der Anlage versammelt um ihr Glück zu versuchen. Die anderen konnten ebenfalls noch einige Fische landen und so war der letzte Tag ebenfalls noch ein voller Erfolg.

Abends wurden dann alle Bilder gesammelt und die nächsten Vereinsaktivitäten besprochen.

Der Ausflug war ein voller Erfolg und alle Teilnehmer waren vollends zufrieden. Das Großarltal hat uns sicherlich nicht zum letzten Mal gesehen (Ja, das ist eine Drohung, Franz!)  und so verließen wir am nächsten Morgen ein wenig wehmütig das Tal in Richtung Heimat.

52cm Bachforelle von Manuel

52 cm Bachforelle von Manuel

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4 Tage Sava Bohinjka

Nun, 12 Jahre ist es her, dass ich der Sava den letzten Besuch abstattete. Damals war ich mit drei weiteren Fischerkollegen aus Linz und Salzburg dort. Das Wasser war hoch und kalt und es waren nach einem Streit zwischen dem Fischereiverein Bohinjska Bistrica und dem Zavod za Ribistvo nur mehr ca. 10% der üblichen Bestandsdichte vorhanden. (Weil der örtliche Verein mit dem Staatlichen Zavod den Erlös aus den verkauften Tageskarten nicht teilen wollte, hat der Zavod damals um 20,- DM / Tag Lizenzen an jedermann verkauft, mit allen! Fangmethoden)

Das Revier ist schon lange geteilt worden und weil der Staatliche Zavod immer Geld braucht, verlangen diese für die unterhalb angrenzende Strecke € 59,- / Tag anstatt € 42,- welche der örtliche Verein verlangt…

Soweit zur Vorgeschichte. Weitere Details nur von mir persönlich.

Logiert habe ich diesmal nicht in Bohinjska Bistrica, sonder in Ucanc, am Ende des Bohinjsko Jezero (Wocheiner See – der gehörte mal zu Österreich!!) in der Pension Stare. Ein herrlich ruhiges Plätzchen und jeden Tag fährst Du 2x über den Zulauf zum See, die Savinja – ein „Reservat“, wo wirklich niemand fischen darf – ein smaragdgrüner Traum!

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Der Ursprung der Sava Bohinjka bildet der Ausfluss des Sees bei der Brücke in Ribcev Laz. Gleich unterhalb mündet von links die Mostnica in die Sava (Tageskartenpreis für ca. 1,5 km € 100,- , es sollen hier die großen Laichäschen hineinziehen) Mir ist das zu teuer, so groß können die Äschen gar nicht sein, dass ich mich so abzocken lasse!!

Hier eine Panoramakarte :

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Die Brücke mit dem Auslauf:

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Unterhalb dem Dorf Polarje ist der bekannte Riesengumpen mit Parkplatz gleich daneben, welche alle Fischer wie ein Magnet anzieht – kein Wunder – schwimmen doch sicher an die 100 Forellen und Äschen, sowie einige dicke Aitel und ein ca. 90 cm langer Huchen darin herum. Durch den Befischungsdruck sind diese jedoch einigermaßen scheu und nicht so leicht zu fangen.

Eine 42 er Regenbogen hat es dann 30m oberhalb doch erwischt:

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Hier der Gumpen:

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Wenn man bei der Ortseinfahrt von Savinja gleich links abbiegt, kommt man an eine Holzbrücke mit tollen Äschenzügen ober- und unterhalb. Im glatten Zug oberhalb ist für die größeren Äschen ein 12er Vorfach schon fast zu dick. Sie stupsen die Fliege einmal an und das war`s dann auch schon. Die kleineren Exemplare sind da schon leichter zu fangen…

Hier die Brücke in Savinja:

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100 m unterhalb habe ich dann noch eine 45er Äsche nach 3-4 minütigem Drill verloren.

Wenn man am linken Ufer weiter fährt, kommt man durch das Dorf Brod und ein Stück nach Dorfende an folgende Brücke:

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Hier habe ich die Fischerei am ersten Tag begonnen und ca. 20 kleine und mittlere Regenbogenforellen und Äschen (20-35 cm ) gefangen:

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Auch gelang es mir , eine Paraleptophlebia bei Schlüpfen zu beobachten und zu fotographieren…

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Ich habe dann am selben Abend noch drei offensichtlich sehr glaubwürdige Imitationen gebunden, denn am nächsten Tag habe ich gleich beim ersten Wurf eine 35 er Äsche gefangen!

1 km weiter flussab kommt man zum Camp Danica mit schöner Schotterbank und der Mündung der Bistrica, welche durch die Kleinstadt Bohinjska Bistrica fließt. In diesem Mündungstrichter habe ich jedes Mal so an die 20 Stk. 2-3 sömmriger Regenbogenforellen gefangen. Hat trotzdem Spaß gemacht mit der Trockenfliege – übrigens, ich habe fast alle Fische, trotz hohem, eiskalten Wasser mit der Trockenen gefangen!

Der tiefe Äschenzug beim Camp Danica:

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Der Mündungstrichter der Bistrica:

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Von der unteren Grenze ca. 200m aufwärts, am rechten Ufer gelang mir dann am 3. Tag der schönste Fang: Ein Äschenmilchner mit 43 cm:

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Hier noch ein Blick flussauf von der unteren Grenze, der Straßenbrücke vor Bohinjska Bistrica.

Ein toller Zug mit vielen, teils auch kapitalen Exemplaren. Hier geht eigentlich immer was…

 

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Fazit: Im Schnitt habe ich jeden Tag zwischen 20 und 30 Fischen gefangen.

Leider musste ich wegen eines Wettersturzes (Schneefall am Freitag morgen) einen Tag früher als geplant heimreisen.

Soweit ich herausgefunden habe, gibt es flussabwärts bis unterhalb Bled Lizenzen zu erwerben; jeweils über die örtliche Fischereivereine sowie deren Verkaufsstellen. Unterkunftsmöglichkeiten von einfacher Pension über Hotels und Ferienhäusern sind reichlich vorhanden.

Ich hatte ganz vergessen, wie schön die Sava Bohinjka ist. Gerne fahre ich wieder hin!

Liebe Grüße

Gottfried

 

2 Tage – 2 Flüsse – 1 Handy

Letzten Dienstag und Mittwoch war ich eingeladen an zwei unterschiedlichen Flüssen zu fischen.

Tag 1: Hammerbach

Erster Einlader war unser Schriftführer Manuel, der mich an den Hammerbach – sein Stammwasser – eingeladen hat. Ein, nicht allzu breiter, Gebirgsbach in ca. 30 Minuten von Ternberg, OÖ entfernt. Da ich am Nachmittag dann einen Termin hatte, war frühes Aufstehen gefragt, um rechtzeitig am Bach zu sein. Naja, Abfahrt 07:00 von Aigen. Ich bin kein Morgenmensch.

Als wir am Bach ankamen, mussten wir feststellen, dass dieser vollkommen verdreckt daher fließt. Verdammt, zweieinhalb Stunden Anfahrt umsonst?! Manuel meinte, dass eventuell Bauarbeiten stattfinden und weiter oben der Bach reiner ist. Also Gut, ab nach oben. Und da war sie auch schon, die Baustelle. Einparken, anziehen, los gehts.

Nach ein paar hundert Meter bergauf kam der erste Hotspot, den, wie Manuel erklärte, viele nicht fischen, da er zu schwer zu erreichen ist. Der Mensch ist ja grundsätzlich bequem. Da ich, wie bereits erwähnt, kein Morgenmensch bin, fing Manuel mit dem Fischen an. Wir fischten abwechselnd, da der Bach zu klein für Zwei ist. Ich hingegen quälte mich mit dem Anknoten der Fliege. Nach nur zwei Würfen war auch schon der erste Fisch bei Manuel an der Angel!

Hammerbach 1

Dann war ich dran.

Nach erfolgreichen Anknüpfen der Nymphe warf ich gekonnt in den ersten Baum. Super. Aber zumindest haben die Fische im Pool die Möglichkeit sich zu erholen. Zweiter Wurf gelang dann schon besser und ich setzte die Nymphe direkt am Anfang des Pools auf. Manuel sagte: „Du musst die Nymphe da in der Kurve…“ und da war auch schon der erste Fisch bei mir dran. Ein schöner Wildfisch. Das Ganze ging noch eine Weile so weiter, bis wir uns entschlossen an den nächsten Pool zu wechseln. Durch den dichten Bewuchs auf beiden Seiten, war es ein gutes Training für Wasserwürfe, die man ja nicht gerne übt.

Hammerbach Wildfisch

Baum

Hammerbach Wildfisch erster Fang

Auch in den nächsten Pools wurden wir nicht enttäuscht und wir konnten viele Fische überlisten. Leider mussten wir um 13:00 zurück zum Auto, da ich ja einen Termin hatte. Am Auto angekommen, Wathose bereits ausgezogen, sah ich noch mal kurz auf mein Handy (Im Bach hat man keinen Empfang). Ein SMS „Termin wurde auf abgesagt!“ – Gut, also Wathose wieder an und wieder hoch. Bei solch schönen Wetter wäre es ja eine Unverschämtheit die Fische zu früh in Ruhe zu lassen.

Am Nachmittag war wir noch an einem Spot der eine wahre Herausforderung stellte:976610_600332379984454_1996967575_o

Sieht auf den ersten Blick nicht sonderlich schwierig aus, jedoch war rechts ein großer Baum, welcher nicht wirklich Platz für irgendwelche Würfe ließ. Also war Taktik gefragt. Der Pool links am Foto war das Ziel. Was also Tun? – System senken, ab auf die Knie und rein ins 4-6 Grad kalte Wasser.

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System senken

Auch hier dauerte es nicht lange, da war schon die erste Forelle dran. Man glaubt nicht, wie viele Fische in so einen kleinen Pool stehen können. Nach weiteren Würfen, wo ich mir schon dachte, dass jetzt nix mehr geht, tauchte der Bissanzeiger langsam unter. Sieht nach Hänger aus, also Schnur einholen. Doch der Hänger wehrte sich – und wie. Das war an diesem Tag der stärkste Drill. Bei einem Sprung konnten wir sehen, dass es sich um eine schöne, wilde Bachforelle handelte, ca. 35cm. Die Forelle stellte sich gekonnt in die Strömung und ließ sich immer weiter fallen, ich kam kaum mit dem Einholen der Schnur nach. Als sie dann auf gleicher Höhe mit mir war, verhedderte ich mich mit der Rute im Baum, die Schnur war einen kurzen Moment lang locker und weg war sie. Gut gemacht, Michael!

Einen imaginären Schulterklopfer später gingen wir auch schon zu den nächsten Pools. Wir erwischten noch einige Fische und ließen den Tag bei einem gemütlichen Bier in Manuels Garten ausklingen.

Manuels Fang Hammerbach

 

Tag 2: Zwettl

Wieder um 7:00 wegfahren. Aber was tut man nicht alles fürs Fliegenfischen. Zweiter Einlader war unser Mitglied und Gewässerbiologe Bernhard (www.stauseefischer.at), welcher seit diesem Jahr 12 km der Zwettl gepachtet hat.

Zwettl Gewässerkarte

Beim Blick auf die Gewässerkarte verrät sich die Zwettl als stark mäandernder Naturfluss. Bernhard hat mir im Vorhinein bereits erzählt, dass auch hier ohne Rollwurf nix geht. Den ich, nach dem letzten Tag, ja mehr oder weniger beherrsche.

Bei Bernhard zuhause angekommen, musste er mir gleich seinen Blick aus seinem Büro bzw. von seinem Balkon zeigen: Direkt auf den Fluss. Wie er selbst sagt: Kitschig. Ich dachte mir nur – ich könnte hier nicht arbeiten, die Ablenkung ist zu groß (Obwohl mein Bindestock am Schreibtisch auch nicht gerade zum fokussieren anregt).

Wir fuhren zum ersten Spot, wo wir ca. 500 m befischten. Bernhard zeigte mir einen guten Einstieg und er ging ein paar Meter flussabwärts. Meine erste Amtshandlung war auch hier gekonnt in einen Baum zu werfen. Naja, man ists ja gewöhnt. Im Vergleich zum Hammerbach fließt die Zwettl um einiges ruhiger und man muss ziemlich leise sein um die Fische nicht zu verschrecken – Indianerfischen nennt Bernhard das. Gelingt mir natürlich auf Anhieb hervorragend und durfte gleich den Spot wechseln, da kein einziger Fisch mehr zu sehen war. Etwas weiter oben, sah man aber bereits einige Fische steigen und ich konnte die erste Forelle des Tages verhaften. Dass Bernhard das mit dem Indianerfischen beherrschte, wurde mir klar, wie er plötzlich neben mir stand. Ich fischte noch bis zum Auto hoch, fing noch drei weitere Forellen, danach fuhren wir zum nächsten Abschnitt.

Der nächste Teil war etwas breiter und einfacher zu Befischen. Bernhard meinte: „Du kannst dich gleich hier reinstellen, da geht es eigentlich immer gut.“ Gesagt, getan. Bernhard stellte sich wieder ein paar Meter weiter oben rein und ich versuchte hier mein Glück. Um die Mittagszeit fingen plötzlich die Fische zu steigen an. Also rauf mit  einer Trockenfliege. Da ich schon einige Eintagsfliegen beobachten konnte, war die Wahl nicht allzu schwer: Klinkhamer. Ich wurde nicht enttäuscht. Ohne mich auch nur einen Meter zu bewegen hatte ich sicher 15 Fische am Haken (nach 5 hab ich dann mal aufgehört zu zählen).

Ich entschied mich dann doch, mich etwas weiter flussaufwärts zu platzieren. Die Zwettl war dort etwas flacher und mit einigen Steinen am Grund. Da riecht es förmlich nach Äschen. Zirka 10 m weiter oben, sah ich einen Fisch steigen. Den werfen wir mal an. Gefühlte 10 mal angeworfen, nichts, aber er stieg immer noch. Na gut, nochmal. Und siehe da: die erste Äsche des Tages! Schön. Gleich ein Foto. Handy gleich wieder eingesteckt und dann kam Bernhard auch schon, um sich ein Bild der Lage zu machen. Ich erzählte ihm alles und mitten im Gespräch gab es einen Plopp direkt vor mir. Was war das? Klang als ob was ins Wasser fiel. Ich hatte eine Befürchtung und griff als erstes in die Tasche wo ich mein Telefon vermutete. Der Verdacht wurde bittere Wahrheit. Ich ging zur Seite und sah auch schon mein Handy schön brav am Grund liegen. Na toll. Ich erinnerte mich daran, mir eine wasserdichte Hülle für das Handy gekauft zu haben. Zum Glück lag die Zuhause, sonst wäre sie ja auch noch nützlich gewesen!

Nach kurzem gedanklichem Abwägen der Situation – aufhören oder weiterfischen – hab ich mich dazu entschlossen weiterzufischen. Ich lass mir doch nicht von einem elektronischen Gerät mir den Tag vermiesen.

Ein paar Äschen später fuhren wir weiter zum nächsten Abschnitt, welcher bei der unteren Reviergrenze anfing und bis zu Bernhards Haus nach oben ging. Direkt an der Grenze bildete sich ein kleiner Rückstau, wo man im trüben Wasser ein paar Fische an der Oberfläche sah. Da hier alles dicht bewachsen ist, hab ich anfänglich mehr Zeit mit Schnur von Bäumen zu ziehen, entwirren und dergleichen verbracht, als mit dem Fischen. Aber nach einem guten Wurf direkt an einen Baumstock, welcher aus dem Wasser ragte, kam auch schon ein Biss. Ein Aitel.

Wir gingen dann noch Flussaufwärts wo wieder einige Forellen und Äschen auf uns warteten und als der Wind dann doch so stark zunahm, entschlossen wir uns es für heute bleiben zu lassen und nach Hause zu fahren.

Auch wenn die zwei Bäche generell nicht zu vergleichen sind, haben sie doch ihre Gemeinsamkeiten und es waren zwei wundervolle Tage, welche bis auf das versenkte Telefon, nicht besser hätten sein können.

Vielen Dank an Manuel und Bernhard für die Einladungen und für die sehr guten Tipps!

 

Kennenlern-Abend und Vereinsfischen

Am 11.5. trafen wir uns zu unserem ersten Treffen im Gasthof Schiffner in Aigen zum Kennenlernen, Fachsimpeln und gemütlich Beisammensitzen.

Anfangs gab es eine kurze Vorstellungsrunde unserer Mitglieder und eine Vorstellung unserer Vision für den Verein.

Das Highlight des Abends bildeten 2 Fachvorträge von Dr. Christoph Hauer (Gewässerwart der Gr. Mühl) und von Mag. Bernhard Berger (Gewässerbiologe und Guide der Kamp-Stauseen sowie der Zwettl), welche zu interessanten Diskussionen anregten.

Sonntags ging es dann um 9:00 früh los zum gemeinsamen Fischen an der Großen Mühl. Wir starteten beim Sportplatz in Aigen und kämpften uns dann bis zur Berndlmühle rauf, wo überall durchaus schöne Fische gefangen wurden. Leider machte uns das Wetter um ca. 15:00 einen Strich durch die Rechnung und wir mussten frühzeitig abbrechen. Nichtsdestotrotz war es ein gelungener, spannender und erholsamer Angeltag.

Wir freuen uns schon auf den nächsten gemeinsamen Ausflug!

Impressionen

Willkommen auf der neuen Homepage!

Wir freuen uns Dich auf der neuen Homepage des Vereins „Fliegenfischen Gr. Mühl“ begrüßen zu dürfen.

Hier findest Du alle Informationen rund um unseren Verein, unsere Aktivitäten und Impressionen der Gr. Mühl rund um Aigen-Schlägl.