2 Tage – 2 Flüsse – 1 Handy

Letzten Dienstag und Mittwoch war ich eingeladen an zwei unterschiedlichen Flüssen zu fischen.

Tag 1: Hammerbach

Erster Einlader war unser Schriftführer Manuel, der mich an den Hammerbach – sein Stammwasser – eingeladen hat. Ein, nicht allzu breiter, Gebirgsbach in ca. 30 Minuten von Ternberg, OÖ entfernt. Da ich am Nachmittag dann einen Termin hatte, war frühes Aufstehen gefragt, um rechtzeitig am Bach zu sein. Naja, Abfahrt 07:00 von Aigen. Ich bin kein Morgenmensch.

Als wir am Bach ankamen, mussten wir feststellen, dass dieser vollkommen verdreckt daher fließt. Verdammt, zweieinhalb Stunden Anfahrt umsonst?! Manuel meinte, dass eventuell Bauarbeiten stattfinden und weiter oben der Bach reiner ist. Also Gut, ab nach oben. Und da war sie auch schon, die Baustelle. Einparken, anziehen, los gehts.

Nach ein paar hundert Meter bergauf kam der erste Hotspot, den, wie Manuel erklärte, viele nicht fischen, da er zu schwer zu erreichen ist. Der Mensch ist ja grundsätzlich bequem. Da ich, wie bereits erwähnt, kein Morgenmensch bin, fing Manuel mit dem Fischen an. Wir fischten abwechselnd, da der Bach zu klein für Zwei ist. Ich hingegen quälte mich mit dem Anknoten der Fliege. Nach nur zwei Würfen war auch schon der erste Fisch bei Manuel an der Angel!

Hammerbach 1

Dann war ich dran.

Nach erfolgreichen Anknüpfen der Nymphe warf ich gekonnt in den ersten Baum. Super. Aber zumindest haben die Fische im Pool die Möglichkeit sich zu erholen. Zweiter Wurf gelang dann schon besser und ich setzte die Nymphe direkt am Anfang des Pools auf. Manuel sagte: „Du musst die Nymphe da in der Kurve…“ und da war auch schon der erste Fisch bei mir dran. Ein schöner Wildfisch. Das Ganze ging noch eine Weile so weiter, bis wir uns entschlossen an den nächsten Pool zu wechseln. Durch den dichten Bewuchs auf beiden Seiten, war es ein gutes Training für Wasserwürfe, die man ja nicht gerne übt.

Hammerbach Wildfisch

Baum

Hammerbach Wildfisch erster Fang

Auch in den nächsten Pools wurden wir nicht enttäuscht und wir konnten viele Fische überlisten. Leider mussten wir um 13:00 zurück zum Auto, da ich ja einen Termin hatte. Am Auto angekommen, Wathose bereits ausgezogen, sah ich noch mal kurz auf mein Handy (Im Bach hat man keinen Empfang). Ein SMS „Termin wurde auf abgesagt!“ – Gut, also Wathose wieder an und wieder hoch. Bei solch schönen Wetter wäre es ja eine Unverschämtheit die Fische zu früh in Ruhe zu lassen.

Am Nachmittag war wir noch an einem Spot der eine wahre Herausforderung stellte:976610_600332379984454_1996967575_o

Sieht auf den ersten Blick nicht sonderlich schwierig aus, jedoch war rechts ein großer Baum, welcher nicht wirklich Platz für irgendwelche Würfe ließ. Also war Taktik gefragt. Der Pool links am Foto war das Ziel. Was also Tun? – System senken, ab auf die Knie und rein ins 4-6 Grad kalte Wasser.

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System senken

Auch hier dauerte es nicht lange, da war schon die erste Forelle dran. Man glaubt nicht, wie viele Fische in so einen kleinen Pool stehen können. Nach weiteren Würfen, wo ich mir schon dachte, dass jetzt nix mehr geht, tauchte der Bissanzeiger langsam unter. Sieht nach Hänger aus, also Schnur einholen. Doch der Hänger wehrte sich – und wie. Das war an diesem Tag der stärkste Drill. Bei einem Sprung konnten wir sehen, dass es sich um eine schöne, wilde Bachforelle handelte, ca. 35cm. Die Forelle stellte sich gekonnt in die Strömung und ließ sich immer weiter fallen, ich kam kaum mit dem Einholen der Schnur nach. Als sie dann auf gleicher Höhe mit mir war, verhedderte ich mich mit der Rute im Baum, die Schnur war einen kurzen Moment lang locker und weg war sie. Gut gemacht, Michael!

Einen imaginären Schulterklopfer später gingen wir auch schon zu den nächsten Pools. Wir erwischten noch einige Fische und ließen den Tag bei einem gemütlichen Bier in Manuels Garten ausklingen.

Manuels Fang Hammerbach

 

Tag 2: Zwettl

Wieder um 7:00 wegfahren. Aber was tut man nicht alles fürs Fliegenfischen. Zweiter Einlader war unser Mitglied und Gewässerbiologe Bernhard (www.stauseefischer.at), welcher seit diesem Jahr 12 km der Zwettl gepachtet hat.

Zwettl Gewässerkarte

Beim Blick auf die Gewässerkarte verrät sich die Zwettl als stark mäandernder Naturfluss. Bernhard hat mir im Vorhinein bereits erzählt, dass auch hier ohne Rollwurf nix geht. Den ich, nach dem letzten Tag, ja mehr oder weniger beherrsche.

Bei Bernhard zuhause angekommen, musste er mir gleich seinen Blick aus seinem Büro bzw. von seinem Balkon zeigen: Direkt auf den Fluss. Wie er selbst sagt: Kitschig. Ich dachte mir nur – ich könnte hier nicht arbeiten, die Ablenkung ist zu groß (Obwohl mein Bindestock am Schreibtisch auch nicht gerade zum fokussieren anregt).

Wir fuhren zum ersten Spot, wo wir ca. 500 m befischten. Bernhard zeigte mir einen guten Einstieg und er ging ein paar Meter flussabwärts. Meine erste Amtshandlung war auch hier gekonnt in einen Baum zu werfen. Naja, man ists ja gewöhnt. Im Vergleich zum Hammerbach fließt die Zwettl um einiges ruhiger und man muss ziemlich leise sein um die Fische nicht zu verschrecken – Indianerfischen nennt Bernhard das. Gelingt mir natürlich auf Anhieb hervorragend und durfte gleich den Spot wechseln, da kein einziger Fisch mehr zu sehen war. Etwas weiter oben, sah man aber bereits einige Fische steigen und ich konnte die erste Forelle des Tages verhaften. Dass Bernhard das mit dem Indianerfischen beherrschte, wurde mir klar, wie er plötzlich neben mir stand. Ich fischte noch bis zum Auto hoch, fing noch drei weitere Forellen, danach fuhren wir zum nächsten Abschnitt.

Der nächste Teil war etwas breiter und einfacher zu Befischen. Bernhard meinte: „Du kannst dich gleich hier reinstellen, da geht es eigentlich immer gut.“ Gesagt, getan. Bernhard stellte sich wieder ein paar Meter weiter oben rein und ich versuchte hier mein Glück. Um die Mittagszeit fingen plötzlich die Fische zu steigen an. Also rauf mit  einer Trockenfliege. Da ich schon einige Eintagsfliegen beobachten konnte, war die Wahl nicht allzu schwer: Klinkhamer. Ich wurde nicht enttäuscht. Ohne mich auch nur einen Meter zu bewegen hatte ich sicher 15 Fische am Haken (nach 5 hab ich dann mal aufgehört zu zählen).

Ich entschied mich dann doch, mich etwas weiter flussaufwärts zu platzieren. Die Zwettl war dort etwas flacher und mit einigen Steinen am Grund. Da riecht es förmlich nach Äschen. Zirka 10 m weiter oben, sah ich einen Fisch steigen. Den werfen wir mal an. Gefühlte 10 mal angeworfen, nichts, aber er stieg immer noch. Na gut, nochmal. Und siehe da: die erste Äsche des Tages! Schön. Gleich ein Foto. Handy gleich wieder eingesteckt und dann kam Bernhard auch schon, um sich ein Bild der Lage zu machen. Ich erzählte ihm alles und mitten im Gespräch gab es einen Plopp direkt vor mir. Was war das? Klang als ob was ins Wasser fiel. Ich hatte eine Befürchtung und griff als erstes in die Tasche wo ich mein Telefon vermutete. Der Verdacht wurde bittere Wahrheit. Ich ging zur Seite und sah auch schon mein Handy schön brav am Grund liegen. Na toll. Ich erinnerte mich daran, mir eine wasserdichte Hülle für das Handy gekauft zu haben. Zum Glück lag die Zuhause, sonst wäre sie ja auch noch nützlich gewesen!

Nach kurzem gedanklichem Abwägen der Situation – aufhören oder weiterfischen – hab ich mich dazu entschlossen weiterzufischen. Ich lass mir doch nicht von einem elektronischen Gerät mir den Tag vermiesen.

Ein paar Äschen später fuhren wir weiter zum nächsten Abschnitt, welcher bei der unteren Reviergrenze anfing und bis zu Bernhards Haus nach oben ging. Direkt an der Grenze bildete sich ein kleiner Rückstau, wo man im trüben Wasser ein paar Fische an der Oberfläche sah. Da hier alles dicht bewachsen ist, hab ich anfänglich mehr Zeit mit Schnur von Bäumen zu ziehen, entwirren und dergleichen verbracht, als mit dem Fischen. Aber nach einem guten Wurf direkt an einen Baumstock, welcher aus dem Wasser ragte, kam auch schon ein Biss. Ein Aitel.

Wir gingen dann noch Flussaufwärts wo wieder einige Forellen und Äschen auf uns warteten und als der Wind dann doch so stark zunahm, entschlossen wir uns es für heute bleiben zu lassen und nach Hause zu fahren.

Auch wenn die zwei Bäche generell nicht zu vergleichen sind, haben sie doch ihre Gemeinsamkeiten und es waren zwei wundervolle Tage, welche bis auf das versenkte Telefon, nicht besser hätten sein können.

Vielen Dank an Manuel und Bernhard für die Einladungen und für die sehr guten Tipps!

 

Kennenlern-Abend und Vereinsfischen

Am 11.5. trafen wir uns zu unserem ersten Treffen im Gasthof Schiffner in Aigen zum Kennenlernen, Fachsimpeln und gemütlich Beisammensitzen.

Anfangs gab es eine kurze Vorstellungsrunde unserer Mitglieder und eine Vorstellung unserer Vision für den Verein.

Das Highlight des Abends bildeten 2 Fachvorträge von Dr. Christoph Hauer (Gewässerwart der Gr. Mühl) und von Mag. Bernhard Berger (Gewässerbiologe und Guide der Kamp-Stauseen sowie der Zwettl), welche zu interessanten Diskussionen anregten.

Sonntags ging es dann um 9:00 früh los zum gemeinsamen Fischen an der Großen Mühl. Wir starteten beim Sportplatz in Aigen und kämpften uns dann bis zur Berndlmühle rauf, wo überall durchaus schöne Fische gefangen wurden. Leider machte uns das Wetter um ca. 15:00 einen Strich durch die Rechnung und wir mussten frühzeitig abbrechen. Nichtsdestotrotz war es ein gelungener, spannender und erholsamer Angeltag.

Wir freuen uns schon auf den nächsten gemeinsamen Ausflug!

Impressionen

Willkommen auf der neuen Homepage!

Wir freuen uns Dich auf der neuen Homepage des Vereins „Fliegenfischen Gr. Mühl“ begrüßen zu dürfen.

Hier findest Du alle Informationen rund um unseren Verein, unsere Aktivitäten und Impressionen der Gr. Mühl rund um Aigen-Schlägl.